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Die Dornmethode

Dieter Dorn begründete eine sanfte Wirbel- und Gelenktherapie, mit der sich laut verschiedensten Quellen rund 80 Prozent aller Rücken- und Gelenkprobleme beheben lassen. Auch Kopfschmerzen und organische Leiden können oft schon nach einer einzigen Anwendung verschwinden. Die in einem kleinen Dorf im Allgäu begründete Dorn-Methode ist so wirksam, dass sie inzwischen weltweit angewendet wird.

Am Anfang war der Hexenschuß

Dieter Dorn, ein Sägewerk-Betreiber in Lauterach bei Memmingen, hatte sich an einem Baum verhoben und bekam Hexenschuß. Ihm fiel der fast 80-jährige Schlossbauer ein, über den er unlängst noch gelacht hatte. Dieser galt als „Knocheneinrenker“ und Dorn suchte ihn auf. Dorn musste mit dem Bein pendeln und der alte Herr drückte in aller Kürze seinen Rücken zurecht. Bei einer alten Bäuerin, die immer das Vieh und auch Dienstboten „eingerichtet“ hatte, hatte er sich die Griffe abgeschaut. Bei Dorn war der Schmerz sofort weg. Er fragte ihn erstaunt, ob man das lernen könne und der Alte antwortete: „Du brauchst es nicht zu lernen, du kannst es.“

Erste Erfolge

Dorn reizte die Sache, und bald, der Alte war inzwischen verstorben, begann er selbst auszuprobieren. Er behob die Kopfschmerzen seiner Frau, indem er einen Wirbel in die richtige Lage hereindrückte. Er half seiner Nachbarin, die nicht mehr laufen konnte, indem er ihr Bein wieder in das Hüftgelenk hereindrückte. Er glich die Beinlängen bei einem humpelnden Bauer an. Er entdeckte auch, dass es wirksame Selbsthilfeübungen gab, mit denen sich Menschen mit Gelenkproblemen selbst helfen konnten.

Entdeckung von Organbezügen und Seminare

Teilweise verschwanden durch Dorns Behandlungen auch andere Leiden, wie Herzschmerzen oder Bettnässen. Dorn fand in der Literatur, dass die Wirbelsäule über die Meridiane auch mit Organen und dem ganzen Körper verbunden ist und nutzte dieses Wissen. 1985 kam Dr. Thomas Hansen, früher Chirurg und Orthopäde, auf der Suche nach einer ganzheitlichen Heilweise auf ihn zu. Nachdem er sich und seine Frau von Dorn hatten behandeln lassen, kam er auf die Idee, dass Dorn Seminare über seine Methode geben sollte. Das war der Anfang ihrer Verbreitung.

Die Breuß-Massage

Die Breuß-Massage entwickelte Rudolf Breuß. Er versuchte Rückenschmerzen durch Massage mit Ölen zu beheben. Diese sanfte Massagetechnik geht davon aus, dass Bandscheiben regeneriert werden können. Rudolf Breuss führte dazu das Beispiel mit dem Schwamm an: Wenn ein ausgetrockneter Schwamm längere Zeit zusammengepresst wird, so wird er dünn wie eine Scheibe. Gibt man dem Schwamm wieder Raum und legt ihn in Wasser, so saugt er sich voll and dehnt sich wieder aus. Genauso ist sei es auch mit den Bandscheiben. Das einmassierte Öl wird von den Bandscheiben leicht aufgenommen, sie werden wieder dicker und elastischer.

Der Heilpraktiker Harald Fleig traf 1988 Rudolf Breuss, der damals schon 89 Jahre alt war,  und lernte von ihm dessen "Bandscheibenmassage". Er stellte fest, dass sich die Breuß-Massage gut mit der Dorn-Methode kombinieren lässt. Denn sind die Bandscheiben erst weicher und elastischer geworden, die Rückenmuskeln erwärmt und entspannt, kann der Rücken durch die Dornmethode viel besser in seine ursprüngliche Lage gebracht werden.

Dorn heute

Das direkte Drücken der Dornfortsätze, so wie von Dorn begonnen, wird heute allerdings so nicht mehr generell gelehrt. Die Methode ist noch sanfter geworden. Es wird im Wirbelsäulenbereich eher mit den Muskeln gearbeitet. Und sind die Muskeln entspannt worden, so können auch die Rückenwirbel wieder ihre ursprüngliche Lage einnehmen.

Gesundheitsberater für Rücken, Füße und Gelenke - Matthias Rehfeld